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Zwei Flachdachentlüfter und Lichtkuppel auf Privathaus | VELUX Magazin

Flachdachentlüftung

Flachdachentlüftung

Hohe Luftfeuchtigkeit unter dem Dach führt früher oder später zu Schimmel. Das bedeutet schlimmstenfalls gesundheitliche Probleme, Schäden an der Bausubstanz und sinkende Immobilienwerte. Eine integrierte Flachdachentlüftung schafft Abhilfe, sorgt für einen kontinuierlichen Luftaustausch und ein angenehmeres Wohnklima. Wie jedoch funktioniert eine Flachdachbelüftung?

Warum braucht es Dachentlüfter im Flachdach?

Flachdächer bieten viele Vorteile: Sie haben ein geringes Eigengewicht und können als Nutzfläche für Dachterrassen, Parkdächer, Solaranlagen oder Dachbegrünung dienen. Darüber können Sie dank des Flachdachgefälles (meist unter zehn bzw. fünf Grad) Räume im Obergeschoss als Hobby- oder Wohnraum besser nutzen und atmosphärische Flachdach-Fenster integrieren. Da Flachdächer jedoch an Innenräumen anliegen, kann eine zu hohe Luftfeuchtigkeit zum Problem werden. Feuchtes Raumklima führt bei mangelhaftem Luftaustausch schnell zu Schimmelbildung, Schäden an der Bausubstanz und der Flachdachdämmung. Hier ist eine Flachdachentlüftung, auch Flachdachbelüftung genannt, gefragt.

3 Gründe für eine Flachdachentlüftung:

  1. Zur Entlüftung von Innenräumen bei Warmdächern, um hoher Luftfeuchtigkeit in genutzten Räumen vorzubeugen.
  2. Zur Entlüftung der Belüftungsschicht bei Kaltdächern, um für eine kontinuierliche Durchlüftung und Luftzirkulation zu sorgen.
  3. Als Lüftungssystem von Entwässerungsanlagen bzw. den enthaltenen Fallleitungen, die gemäß der Entwässerungsnorm DIN 1986-100 über das Dach geführt werden müssen.
Flachdachentlüfter aus Aluminium auf Industriegebäude | VELUX Magazin

Optimale Flachdachbelüftung mit diesen Flachdachlüftern

Flachdächer unterscheiden sich je nach Konstruktion in zweischalige Kaltdächer mit Belüftungsschicht, einschalige Warmdächer ohne Belüftungsschicht und unbelüftete Umkehrdächer mit obenliegender Dachdämmung. Für alle Flachdachtypen ist eine zusätzliche Dachentlüftung bzw. eine Strangentlüftung möglich. Um die passende Entlüftung zu wählen, empfiehlt sich eine Beratung durch einen Dachdecker oder Bauingenieur.

Warmdachlüfter

Bei Warmdächern liegt die Flachdachabdichtung oberhalb, die Dämmung unterhalb. Innseitig sorgt eine Dampfsperre dafür, dass Feuchtigkeit und Dämmschicht getrennt bleiben. Wer im Obergeschoss nicht richtig lüften kann oder will, sollte Warmdachentlüfter nutzen. Diese sorgen für eine kontinuierliche Luftzirkulation, beugen erhöhte Luftfeuchtigkeit vor und verbessern das Raumklima.

Kaltdachlüfter

Kaltdächer nutzen eine zusätzliche Belüftungsschicht zwischen Dachabdichtung und Innenraum. Obwohl die Lüftungsschicht bereits dafür sorgt, dass Luftfeuchtigkeit über die Belüftungsschicht und diffusionsoffenes Dämmmaterial entweichen kann, unterstützt ein zusätzlicher Dachentlüfter den regelmäßigen Luftaustausch.

Strangentlüfter

Strangentlüfter bzw. Dunstrohre bilden den Abschluss von Lüftungsleitungen, die aus dem Dach herausragen. Strangentlüfter sind ein vorschriftsmäßiger Teil des Entlüftungssystems von Abwasser- bzw. Fallleitungen. Da Fallleitungen in Deutschland über das Dach zu belüften sind, kommen Strangentlüfter zum Einsatz. Bei Anlagen ohne Fallleitungen muss mindestens eine Lüftungsleitung (DN 70) über das Dach führen.

Blick auf ein Flachdach mit Entlüftern bei Starkregen | VELUX Magazin

Aufbau der Flachdachentlüftung

Im Aufbau sind sich Dachentlüfter für Warm- und Kaltdächer grundsätzlich ähnlich. Sie bestehen meist aus einem Auslassrohr aus PE, Wasserabweisern und Regenhauben sowie homogen mit der Dachabdichtung abschließenden Anschlussmanschetten bzw. Klebe-Flansch. Als Material können je nach Hersteller zudem PVC, Bitumen, EPDM und PUR zum Einsatz kommen. Zur Luftzirkulation sorgen elektrische Ventilatoren oder Windturbinen dafür, dass verbrauchte Luft dem Dachentlüfter zugeführt wird. Bei Strangentlüftern wird das Auslassrohr über einen Anschlussschlauch mit Fallleitungen verbunden, um für Druckausgleich in Abwasserleitungen zu sorgen.

Wissenswertes zur Dachdurchdringung

Flachdachentlüfter gelten als sogenannte Dachdurchdringung – also Dachelemente, die eine Verbindung zwischen Innenräumen und Dachabdichtung bzw. Dachfläche herstellen. Grundsätzlich wird von Dachdurchdringungen abgeraten, da sie stets das Risiko bergen, die Homogenität der Dachdämmung und -abdichtung zu schwächen und die Energieeffizienz zu senken. Glücklicherweise sind die meisten Dachdurchdringungen wie Lichtkuppeln, Flachdach-Fenster oder eben Dachentlüfter mit zuverlässigen wasser- und luftdichten Abdichtungen versehen. Wer also Wert auf frische Luft und zuverlässigen Luftaustausch unter dem Dach legt, muss nicht befürchten, dass Flachdachentlüftungen die Energieeffizienz des Gebäudes beeinträchtigen. Im Gegenteil: Professionell integriert kann sie die Lebensdauer eines Hauses sogar verlängern.

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