VELUX Deutschland GmbH
zurück
Haus mit Walmdach | VELUX Magazin

Das Walmdach – der robuste Ästhet

Das Walmdach – der robuste Ästhet

Das Walmdach gehört zu den ältesten Dachformen. Walmdächer sind in der Konstruktion etwas aufwendiger und kostspieliger als beispielsweise das Satteldach, gelten jedoch als besonders ästhetisch und witterungsbeständig. Von uns erfahren Sie, welche Vorteile diese spezielle Dachform bietet und welche Gestaltungsmöglichkeiten Sie haben.

Skizze von einem Walmdach | VELUX Magazin

Eine solide Walmdach-Konstruktion schützt vor der Witterung

Ein Walmdach verfügt – im Gegensatz zu anderen Dachformen – auf den Trauf- und Giebelseiten über geneigte Dachflächen, die als „Walm“ bezeichnet werden. Diese Dachform verfügt somit über keine Giebel im herkömmlichen Sinne. Walme können entweder mit Schindeln oder klassischen Ziegeln bedeckt sein. Beim klassischen Walmdach besitzen die Dachflächen dieselbe Neigung und Höhe. Die Dachflächen münden in einer Linie – dem Dachfirst. Walmdächer sind sehr kompakt und gelten als besonders stabil und windfest.

Ursprung des Walmdaches

Vor allem in Gegenden mit rauem und wechselhaftem Klima sind Walmdachbauten weit verbreitet. Hierzulande findet man die Dachform hauptsächlich in Nord- und in Süddeutschland, insbesondere am Alpenrand. Bauernhäuser und Almhütten werden noch heute mit einem Walmdach gebaut, da es durch die Dachneigung maximale Stabilität und Schutz vor starken Winden bietet.

Die Walmdachform war in den 20er und 30er Jahren weltweit verbreitet, erlebte aber gerade in den 50er und 70er Jahren einen Boom in städtischen Wohngegenden. Für den Bau repräsentativer Einfamilienhäuser und Villen ist ein Walmdach ein architektonisches Highlight und dank seiner zeitlosen Optik bei Bauherren nach wie vor sehr beliebt. In Kombination mit großzügigen Dachfenstern oder Gauben entsteht unter dem Dach ein Wohnraum mit einzigartiger Ästhetik.

Walmdach Varianten im Überblick

Das Dach bestimmt den Charakter des Hauses. Mit einem Walmdach entscheiden Sie, welches Flair Ihr Heim ausstrahlen soll. Für welche Walmdach Konstruktion Sie sich entscheiden, hängt natürlich von Ihrem ästhetischen Empfinden ab. Jedoch müssen Sie sich vor dem Bau auch über die örtlichen Bauvorgaben informieren. Außerdem spielt bei der Entscheidung auch die Wohnraumnutzung eine Rolle.

Das Walmdach gibt es in verschiedenen Formen:

Vollwalm

Beim klassischen Walm sind alle vier Dachflächen abgeschrägt und vereinen sich auf einer Linie, dem Dachfirst.

Zeltdach

Auch „Pyramidendach“ genannt; hier führen die Dachflächen zu einer Spitze, was optisch einer Pyramide ähnelt.

Krüppelwalm

Auch Schopfwalm- oder Halbwalmdach genannt, hat einen verkürzten Walm, der sich auf der Giebelseite befindet. Durch die Verkürzung bleibt ein trapezförmiger Restgiebel im Dach. Diese optisch ansprechende Variante ist bei Balkonen im Alpenraum weit verbreitet. Besonderer Vorteil: Der Krüppelwalm mit entsprechendem Dachüberstand schützt den Balkon vor Regen und Schnee.

Fußwalm

Von einem Fußwalm spricht man, wenn nur der untere Teil des Daches abgewalmt ist. Dadurch entsteht ein Giebel im oberen Teil des Gebäudes. Falls Sie sich nicht zwischen Sattel- und Walmdach entscheiden können, bietet der Fußwalm eine ideale Zwischenlösung.

Walmdach | VELUX Magazin

Die richtige Dachneigung

In den 70er Jahren lagen beispielsweise Bungalows mit einem sehr flachen Dach im Trend. Diese Flachdach-Bungalows sind jedoch weniger robust, weshalb sich viele Bauherren für einen Bungalow mit Walmdach entscheiden. Wenn Sie eine besonders repräsentative Immobilie haben möchten, macht ein größerer Neigungswinkel einiges her.

Das klassische Walmdach hat eine Neigung von etwa 25 Grad. Aber auch Dachneigungen von bis zu 35 Grad sind verbreitet. Bedenken Sie, dass eine sehr flache Dachneigung den nutzbaren Wohnraum schmälert. Vorteil ist aber, dass der niedrige Dachstuhl wie eine Art Luftpolster funktioniert und das Haus optimal isoliert.

Vor- und Nachteile von Walmdächern

 

Vorteile

  • Wenn Sie ein Hausdach mit langer Lebensdauer suchen, liegen Sie mit einem Walmdach genau richtig!
  • Die Konstruktion eines Walmdachs ist besonders stabil und wetterbeständig. Wohnen Sie im Alpenland oder an der See, eignet sich diese robuste Dachform besonders gut.
  • Dank flacher Dachneigung lassen sich Solaranlagen optimal installieren. Für Sie bedeutet das: sinkende Stromkosten und eine positive Ökobilanz.
  • Die Giebel erfordern einen minimalen Pflegeaufwand, was Ihnen Kosten und Zeit spart
  • Terrassen und Balkone werden durch den bei Walmdächern üblichen Dachüberstand besonders geschützt.

Nachteile

  • Kostspieliger als andere Dachformen
  • Vergleichsweise arbeitsintensive Konstruktion
  • Erfordert besondere Fensterkonstruktionen
  • Schrägen am Dach mindern die Wohn- oder Nutzfläche unter dem Dach
Terrasse vom Haus mit Walmdach | VELUX Magazin

Walmdach: Kosten kalkulieren

Der Bau eines Walmdachs liegt preislich bis zu 50 % über den Kosten eines klassischen Satteldachs. Das liegt unter anderem an der aufwendigeren Bauweise. Für die Kostenkalkulation spielen folgende Faktoren eine Rolle:

  • Dachneigung
  • Art der Eindeckung
  • Konstruktionsweise
  • Region/Kommune in der gebaut wird
  • Sonderanfertigungen, wie z.B. eine Dachgaube, ein Dachfenster oder ähnliches

Durchschnittlich liegen die Kosten für den Dachstuhl aber in etwa bei 100 Euro pro Quadratmeter. Im Vergleich hierzu würde ein Mansarddach bei etwa 70 bis 80 Euro pro Quadratmeter liegen. Diese Kosten beziehen sich jedoch nur auf den Ausbau des Dachstuhls. Für die Eindeckung der Dachfläche müssen weitere Materialkosten kalkuliert werden. Was Ihr Walmdach kosten darf, ist somit von Ihrem verfügbaren Budget abhängig.

Rechenbeispiel: Walmdachkosten für 100 Quadratmeter bei einem Preis für die Dachstuhlerrichtung für 90 Euro je Quadratmeter. Hinzukommen eine moderne Wärmedämmung für ca. 60 Euro je Quadratmeter und die Dachdeckerarbeiten (mit Eindeckung bis ca. 100 EUR pro Quadratmeter)

 

Dachstuhl errichten

9000 EUR

Dachdeckerarbeiten

7000 EUR

Wärmedämmung

6000 EUR

Gesamt

22.000 EUR

FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Walmdach

Welche Neigung muss ein Walmdach haben?
Bei Walmdächern ist eine Neigung von 18° bis 35° möglich.

Wie hoch darf der Drempel bei einem Walmdach sein?
Der Drempel, auch Kniestock genannt, ist die Mauer auf der Längsseite der Decke. Sie ist ausschlaggebend für die Raumhöhe des Dachstuhls. In der Praxis liegt die Höhe des Drempels bei etwa 40 bis 80 cm.

Wie lange hält ein Walmdach?
Die durchschnittliche Lebensdauer für ein Walmdach beträgt etwa 50 Jahre, kann aber auch länger sein.

Wie berechnet man ein Walmdach?
Addieren Sie die Kosten des Dachstuhlausbaus zu den Kosten für Ihre Dacheindeckung, die Quadratmeterfläche und den Dachdeckerkosten. Beachten Sie, dass es kommunale/regionale Unterschiede bei der Bepreisung gibt.

Diesen Artikel teilen:
Zum Seitenanfang