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Satteldach mit Ausblick auf See | VELUX Magazin

Satteldach: Architektonik, Vorteile und Kosten im Überblick

Satteldach: Architektonik, Vorteile und Kosten im Überblick

Das Satteldach, auch Giebeldach genannt, gehört hierzulande zu den beliebtesten Dachformen. Gründe gibt es dafür gleich mehrere, zum Beispiel ein hohes Maß an Flexibilität und Haltbarkeit mit vergleichsweise niedrigen Kosten. Erfahren Sie, wodurch sich ein Satteldach auszeichnet, welche Vor- und Nachteile diese Dachform mit sich bringt und welche Kosten Sie beim Bau erwarten.

Skizze von einem Satteldach | VELUX Magazin

Aufbau eines Satteldachs

Ein Großteil der Häuser in Deutschland ist mit einem Satteldach bebaut – es ist das Dach, das Kinder in der Regel darstellen, wenn sie ein Haus malen. Aufgrund der hohen Witterungsbeständigkeit wird diese Dachform gerne an regnerischen und stürmischen Orten eingesetzt. Während hier ein steiler Neigungsgrad hilft, Regenwasser abfließen zu lassen, kommen in schneereichen Gegenden Satteldächer mit einem flachen Neigungsgrad zum Einsatz. Denn diese können Schnee besser auffangen und unkontrollierten Dachlawinen vorbeugen.

Der Aufbau eines Satteldachs ist vergleichsweise einfach: zwei geneigte Dachflächen auf der Traufenseite treffen am Dachfirst – der höchsten waagerechten Kante des Dachs – aufeinander. Die Dachkonstruktion eines Satteldachs erfolgt entweder als Sparrendach oder als Pfettendach. Während ein Sparrendach aus vertikalen Dachträgern besteht, ist ein Pfettendach durch waagerechte Träger, die dem Dach zusätzliche Stabilität geben, gekennzeichnet.

Besonderheiten, Unterschiede und Gestaltungsmöglichkeiten

Einen ähnlichen Aufbau wie das Satteldach hat das Walmdach, welches jedoch im Vergleich zum Satteldach auf allen vier Seiten eine geneigte Dachfläche hat. Das Krüppelwalmdach stellt eine Sonderform des Walmdachs dar, wobei die Giebelflächen verkürzt und damit kleiner als die restlichen Dachflächen sind. Beide Dachformen haben allerdings mehr Raum mit Dachschrägen im Dachgeschoss als das Satteldach. Überlegen Sie also, welchen Zweck Ihr Dachgeschoss erfüllen soll – Schlafzimmer, Arbeitszimmer oder lediglich zusätzliche Abstellfläche?

Weiterhin bieten sich für Ihr Satteldach unterschiedliche Variationsmöglichkeiten an, beispielsweise bei der Länge des Dachüberstandes, dem Eindeckungsmaterial sowie dem Neigungsgrad. Je nach Neigungsgrad werden Satteldächer wie folgt bezeichnet:

  • Neigung von 10° bis 30°: Flachsatteldach
  • Neigung von 45°: Winkeldach, neudeutsches Dach
  • Neigung von exakt 60° und geformt wie ein gleichseitiges Dreieck: altfränkisches oder altfranzösisches Dach
  • Neigung ab 62°: altdeutsches oder gotisches Satteldach

Eine verlängerte Dachfläche kann zeitgleich als Überdachung für Ihre Terrasse oder Ihren Carport dienen. Dafür eignet sich eine asymmetrische Bauweise des Dachstuhls, indem der Dachfirst auf eine Hausseite versetzt wird.

Die Vor- und Nachteile eines Giebeldachs

Wie andere Dachformen auch, bringt ein Giebeldach unterschiedliche Vor- und Nachteile mit sich. Hier sollten Sie gründlich und individuell abwägen, ob diese Dachform passend für Ihr Eigenheim sein könnte.

Das Satteldach bringt eine große Zahl an Vorteilen mit. Die Konstruktion ist vergleichsweise einfach und damit einhergehend sind die Kosten vergleichsweise niedrig. Zudem überzeugen Satteldächer mit einer hohen Witterungsbeständigkeit, da Wind hier wenig Angriffsfläche hat und Regenwasser gut abfließt. Im Vergleich dazu muss man sich bei einem Flachdach deutlich mehr Gedanken um die Abflussmöglichkeiten von Regenwasser machen. Weiterhin bietet ein Satteldach zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten und kann auf Wunsch umweltfreundlich mit Naturmaterialien gedeckt werden. Auch der Aufbau einer Photovoltaikanlage ist denkbar.

Doch ein Giebeldach bringt auch Herausforderungen mit sich. Sofern Sie für Ihr Satteldach nicht einen sehr steilen Winkel wählen, geht Wohnraum verloren, die Einrichtung mit hohen Möbelstücken ist in oberen Stockwerken nicht mehr uneingeschränkt möglich. Um genügend Tageslicht in den Wohnraum unter dem Dach einfallen zu lassen, können Sie dafür auf großzügige Giebel- oder Dachfenster zurückgreifen und eine besondere Raumatmosphäre schaffen. VELUX bietet Ihnen viele Möglichkeiten, für mehr Lichteinfall im Dachgeschoss zu sorgen. Auch der Einbau von Gauben ist eine patente Option, ausreichend Licht im Dachgeschoss zu garantieren.

Haus mit Satteldach | VELUX Magazin

So viel Budget sollten Sie für ein Satteldach einplanen

Prinzipiell ist der Bau eines Satteldaches gegenüber anderen Dachformen, beispielsweise dem Mansarddach, kostengünstig. Wie hoch die Kosten schlussendlich ausfallen, hängt von der gewählten Dachkonstruktion und der Eindeckung ab sowie von eventuellen Sonderwünschen. Die folgende Tabelle repräsentiert die durchschnittlichen Kosten eines Satteldachs ohne Sonderausstattung.

 

Satteldach / Komponenten

Preis pro Quadratmeter

Dachstuhl / Dachkonstruktion

60 Euro

Dämmmaterial

60 Euro

Eindeckung mit Ziegeln

30 Euro – 50 Euro

Gesamtkosten pro Quadratmeter

150 Euro – 170 Euro

 

Bei einer Dachfläche von 200 Quadratmetern sollten Sie nach dieser Beispielrechnung also ein Budget von etwa 30.000 Euro bis 34.000 Euro einkalkulieren. Hinzu kommen Kosten für Dachfenster und gegebenenfalls für den Einsatz von Handwerkern. Unser Dachfenster-Konfigurator sowie unsere Handwerker-Umkreissuche helfen Ihnen bei der Planung.

Beim Material ist die Preisspanne recht groß. Während Sie bei Kunstschiefern mit einem Quadratmeterpreis von fünf Euro rechnen können, kosten echte Schiefer oder Kupfer durchschnittlich 90 Euro pro Quadratmeter. Welche Eindeckung sich für ein Satteldach eignet, hängt wiederum von dessen Neigung ab.

FAQ - Häufig gestellte Fragen zum Satteldach

 

Welche Neigung muss ein Satteldach haben?
Satteldächer müssen eine Neigung von mindestens 10° haben, da es sich bei einer geringeren Neigung um ein Flachdach handelt. Typischerweise zeigen Satteldächer im Durchschnitt eine Neigung zwischen 38° und 45°.

Wie hoch darf der Drempel/Kniestock bei einem Satteldach sein?
Die Drempelhöhe richtet sich nach der Neigung des Dachs. Bei einer Dachneigung von 45° liegt die Drempelhöhe optimalerweise bei 40 bis 80 Zentimetern. Wie hoch der Drempel maximal sein darf, ist im Bebauungsplan Ihres Grundstückes festgelegt.

Wie lange hält ein Satteldach?
Da Satteldächer sehr witterungsbeständig und wartungsarm sind, halten sie entsprechend lange. Sie können hierbei mit einer Lebensdauer von 50 bis 100 Jahren rechnen.

Wie berechnet man ein Satteldach?
Die Berechnung eines Daches ist in der Regel kompliziert und von unterschiedlichen Faktoren, beispielsweise dem gewünschten Dachüberhang, abhängig. Um die Grundfläche Ihres Dachs zu berechnen, multiplizieren Sie die Länge und die Breite Ihres Hauses. Diese Grundfläche multiplizieren Sie mit dem sogenannten Faktor X, der sich aus der Dachneigung ergibt. Online finden Sie entsprechende Tabellen sowie Dachrechner, die Sie bei der Berechnung Ihres Satteldaches unterstützen.

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