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Schwarzes Mansarddach | VELUX Magazin

Das Eigenheim mit Mansarddach bauen – Möglichkeiten und Kosten

Das Eigenheim mit Mansarddach bauen – Möglichkeiten und Kosten

Ein Mansarddach lässt Ihr Haus elegant und einzigartig aussehen. Solche speziellen Dachkonstruktionen sind zwar meist teurer als einfachere Dachformen, der eher aufwendige Bau eines Mansarddaches ist seinen Preis aber wert.

Skizze von einem Mansarddach | VELUX Magazin

Aussehen und Konstruktion

Bei einem Mansarddach, auch Mansardendach genannt, handelt es sich um eine komplexe Dachkonstruktion, die ursprünglich aus der französischen Barockzeit stammt. Benannt wurde die Dachform nach ihrem Erfinder, dem französischen Architekten Francois Mansart. Die Grundlage eines Mansarddaches sind dabei Dachformen wie ein Walmdach, ein Pultdach oder auch ein Satteldach. Verglichen mit diesen Dachformen verläuft die Dachfläche des Mansardendaches dabei jedoch nicht durchgängig, sondern knickt an einem Punkt ab. Unterhalb dieses Knickes ergibt sich eine sehr steile Dachschräge. Gehalten wird das Mansarddach durch tragende Kehlbalken sowie Holzpfetten. Der untere Teil der Konstruktion weist eine hohe Dachneigung von rund 70 % auf, während der obere Teil des Mansarddaches einen Neigungswinkel von etwa 30 % aufweist. Dadurch schafft das Mansardendach mehr nutzbare Wohnfläche unter Dachschrägen als es bei anderen Dachkonstruktionen möglich wäre.

Typische Regionen und Baustile für ein Mansarddach

In Paris findet sich die Mansarddach Konstruktion vor allem auf luxuriösen Gebäuden aus der Barockzeit, da die Dachform eleganter und aufwendiger wirkt als gewöhnliche Dächer. Ab dem 18. Jahrhundert stand das Mansardendach für das gehobene Bürgertum im europäischen Raum, entsprechende Gebäude finden sich zu diesem Zeitpunkt in jeder größeren Stadt europaweit. In Deutschland finden sich solche Gebäude mit Mansarde vor allem im ehemaligen Preußen sowie teilweise auch im Süden und Westen des Landes. Die Dachform eignet sich aber nicht nur für barocke Prunkbauten. Nachdem zu Zeiten der Weltkriege keine Mansarddächer mehr gebaut wurden, gewann die elegante Dachform in den 1980er und 1990er Jahren vor allem in Großstädten wieder Beliebtheit. Auch heute steigt die Nachfrage nach Mansardendächern unter Bauherren wieder, da die spezielle Dachkonstruktion auch Neubauten einen besonderen und zeitlosen Charme verleiht.

Sonderformen und Varianten

Mansarddächer können optisch sehr unterschiedlich ausfallen, auch deshalb eignen sie sich für verschiedene Baustile. Je nach Dachform, die als Grundlage dient, sowie der Stelle des charakteristischen Knicks, ergeben sich viele Varianten des Mansarddaches. In der heutigen Zeit werden Neubauten oft nicht mehr mit einem klassischen Mansardsatteldach ausgestattet, sondern vor allem mit einer der drei folgenden Varianten eines Mansarddaches:

  • das Mansardgiebeldach, bei dem im Gegensatz zu dem klassischen Mansarddach beide Giebelseiten ebenfalls einen Knick aufweisen,
  • das Mansardwalmdach, das an allen vier Dachseiten einen Knick aufweist und über keine „Giebelseite“ im eigentlichen Sinn verfügt,
  • oder das Mansarddach mit Flachdach, bei dem der obere Teil des Mansarddaches durch ein Flachdach ersetzt wird.

In all diesen Varianten oder auch klassisch macht das Mansarddach auch auf modernen Gebäuden eine gute Figur. Aber nicht nur die Form bestimmt das optische Erscheinungsbild des Daches. So wirken schwarze, minimalistische Dachziegel, große Dachfenster und Dachgauben modern, während aufwendige Dachziegel, ein geschwungener Dachüberstand und elegante Dachgauben dem Haus einen konservativ-eleganten Stil verleihen.

Haus mit einem Mansarddach | VELUX Magazin

Vor- und Nachteile der Mansarddach Konstruktion

Neben der besonders ästhetischen Optik verfügen Mansarddächer vor allem über den Vorteil, dass beim Mansarddach der Dachstuhl mehr Wohnraum oder Nutzfläche bietet. Durch den hohen Traufpunkt ergibt sich unter einem Mansardendach oftmals ein weiteres Vollgeschoss, in dem Sie aufrecht stehen können und die Wände nur eine geringe Neigung aufweisen.

Durch die Wahl dieser Dachkonstruktion ergeben sich zudem bautechnische Vorteile. Oft gilt für Neubauten eine maximale Höhe. Diese Gebäudehöhe wird anhand der Traufhöhe gemessen. Mit dem Bau eines Mansardendaches, das erst oberhalb der Dachtraufe beginnt, können sie auf diese Höhe ein weiteres Stockwerk aufsetzen.

Der größte Nachteil eines Mansarddaches ist der vergleichsweise hohe Preis. Wegen der aufwendigen Konstruktion und des erhöhten Materialbedarfs schlägt ein Mansarddach mit mehr Kosten zu Buche als beispielsweise ein gewöhnliches Satteldach. Aufgrund des Knickes in einer Mansarddach Konstruktion stellt auch die Abdichtung und Dämmung Handwerker vor besondere Probleme. So kann es später zu Feuchtigkeitsproblemen kommen. Vielleicht möchten Sie Ihren Neubau auch mit Solartechnik versehen, hier eignen sich Mansarddächer aufgrund ihrer speziellen Konstruktion weniger gut als klassische Satteldächer. Da der größere Teil eines Mansarddaches steil verläuft, können Sie entsprechende Solarmodule nur auf dem oberen, kleinen Teil effizient betreiben.

Die Kosten eines Mansarddaches

Um Ihnen einen Überblick über die durchschnittlichen Kosten eines Mansarddaches zu geben, haben wir Ihnen die verschiedenen Kosten in einer Tabelle zusammengefasst. Dabei sind wir von einer Dachfläche mit 280 Quadratmatern ausgegangen.

 

Dachstuhl

25.000 EUR

Eindeckung

18.000 EUR

Wärmedämmung

17.000 EUR

Ausgehend von der Beispielrechnung kostet ein Mansarddach damit rund 215 Euro pro Quadratmeter, ein gleichgroßes Satteldach würde ungefähr die Hälfte kosten. Ein Mansarddach ist somit vergleichsweise teuer, bringt jedoch viele optische und räumliche Vorteile mit sich.

Was kostet ein Mansarddach insgesamt?

Bei einer Dachfläche von 280 m² kostet ein Mansarddach insgesamt circa 60.000 Euro und ist damit fast doppelt so teuer wie ein herkömmliches Satteldach. Dabei handelt es sich um eine Beispielrechnung, genaue Preise für ein Mansarddach nach Ihren Vorstellungen kann Ihnen ein Fachmann auflisten.

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