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Dicke Luft? Wie wichtig frische Luft für gesundes Raumklima ist

Die Luft, die wir atmen, ist eins unserer wichtigsten Grundnahrungsmittel - genauso wichtig wie Essen oder das Wasser, das wir trinken. Ein durchschnittlicher Erwachsener atmet an jedem einzelnen Tag ca. 15.000 Liter Luft ein und wieder aus. Gute Raumluft ist daher einer der zentralen Bestandteile eines gesunden Raumklimas. Finden Sie heraus, wo die Gefahren von schlechter Raumluft lauern und wie Sie ihr Raumklima schon durch einfache Maßnahmen verbessern können.

Luftqualität: in Gebäuden oft schlechter als draußen

Durch immer besser isolierte Gebäude trennen wir uns immer mehr von „Draußen“ – die Luft ist quasi mit uns in den Räumen eingeschlossen. In der Raumluft lauern Schadstoffe, die von toxischen Materialien im Innern stammen: von den Baumaterialien, Reinigungsprodukten, Möbeln, Kunststoffen, und sogar Spielzeug. Außerdem kommen noch menschliche Aktivitäten wie Kochen, das Anzünden von Kerzen, das Trocknen von Wäsche im Haus usw. hinzu. Und nicht zu vergessen, das, was wir alle den ganzen Tag lang tun, nämlich Atmen: Eine typische vierköpfige Familie gibt jeden einzelnen Tag nur durch Atmen 1.800 Liter CO2 und 10 Liter Wasser ab.
Laut der YouGov-Umfrage im Rahmen der Indoor Generation ist 77% der Menschen gar nicht bewusst, dass die Luft in Gebäuden stärker verschmutzt sein kann als die Außenluft. Tatsächlich kann diese Belastung sogar fünfmal stärker sein.

Infografik Raumluft Verschmutzung

Welche Folgen hat schlechte Raumluft?

Das Bundesumweltamt verweist ausdrücklich auf die gesundheitlichen Beeinträchtigungen in Folge mangelnder Luftqualität in Innenräumen, wie die Reizung von Augen, Nase und Rachen, Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Konzentrationsschwierigkeiten. Auch langfristige Folgen von schlechter Raumluft können in Form von Atemwegserkrankungen, Asthma, chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen und Herzerkrankungen auftreten. Bspw. steigt die Wahrscheinlichkeit von Asthma um 40%, wenn man in einem feuchten oder von Schimmel befallenen Gebäude lebt.

Infografik Raumklima Asthma

Viel Luft für ein gesundes Raumklima

Ganz einfach: Lüften! Experten empfehlen, je nach Wohnverhalten und Raum über den Tag verteilt drei bis fünf Mal für mindestens zehn Minuten zu lüften. Räume wie die Küche und das Bad müssen bei Bedarf, also nach Duschen, Baden oder Kochen, noch häufiger gelüftet werden. Ebenso sollten wir unser Schlafzimmer vor dem zu Bett gehen und nach dem Aufstehen durchlüften. Sinnvoll ist beispielsweise Querlüften – das Öffnen von zwei Fenstern an unterschiedlichen Seiten des Hauses - um Durchzug zu erzeugen.

Einfacher wird es mit automatisierten Fenstern , die sich zu vorher festgelegten Zeitpunkten von alleine öffnen und wieder schließen. Ein Raumsensor oder Hygrometer kann dabei helfen, das Raumklima im Auge zu behalten und zu verbessern.

Tipps: So verbessern Sie Ihr Raumklima mit kleinen Wohnanpassungen!

Nutzen Sie Gelegenheiten zum Laufen oder Radfahren zur oder von der Arbeit, machen Sie so oft wie möglich draußen Pause und verbringen Sie mehr freie Zeit in der Natur. Aber auch in der Wohnung gibt es schon mit kleinen Anpassungen Verbesserungen erreichen:

  • Reinigen Sie regelmäßig Ihren Teppich oder am besten: werden Sie Ihre Teppiche los. Dicke Teppiche und Möbel wie alte Sofas sind ein Paradies für Staubmilben und Bakterien
  • Vermeiden Sie Produkte, die toxische Materialien enthalten
  • Nutzen Sie weniger oder keine Kerzen
  • Trocknen Sie Wäsche wann immer möglich draußen
  • Halten Sie die Badezimmertür geschlossen und belüften Sie den Raum beim Baden mit Außenluft

Und schon mit dem Bewusstsein über die Vorteile frischer Luft und die Risiken von schlechtem Raumklima ist ein wichtiger Grundstein gelegt – und einige der einfachsten Rezepte sind nichts weiter als kleine Verhaltensänderungen

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