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Baugenehmigung | VELUX Magazin

Dachausbau-Genehmigung

Hausbesitzer, die einen Dachausbau planen, sollten sich vorab über gesetzliche Vorgaben informieren. Je nach Bundesland kann beim Dachausbau eine Baugenehmigung erforderlich sein, da neuer Wohnraum geschaffen wird. Insbesondere wenn Änderungen an der Dachfläche vorgenommen werden oder Dachgauben eingebaut werden, ist oftmals eine Baugenehmigung nötig. Eine Anfrage im zuständigen Bauamt bringt hier Planungssicherheit und bewahrt Sie wohlmöglich vor teuren Strafen. Hier erfahren Sie, welche Genehmigungen es gibt und was Sie außerdem beim Dachausbau beachten sollten.

Formen der Dachausbau-Genehmigung

Ob Sie eine Genehmigung zum Dachausbau einholen müssen, hängt von zwei Bedingungen ab:

  1. dem Umfang des Ausbaus und
  2. den Vorschriften der jeweiligen Landesbauordnung.

Eine Baugenehmigung ist immer dann vorgeschrieben, wenn Eingriffe in die Statik oder Veränderungen beispielsweise durch den Anbau von Balkonen oder Gauben geplant sind. Als erste Orientierung hilft ein Blick in die Landesbauordnung um herauszufinden, ob eine Baugenehmigung erforderlich ist oder nicht. Anschließend sorgt ein Gespräch mit dem zuständigen Bauamt bzw. der Bauaufsichtsbehörde für Klarheit bei allen weiteren Fragen.

Durch den Ausbau eines Dachbodens kommt es zu einer Nutzungsänderung, die generell genehmigungspflichtig ist. Allerdings benötigen Bauherrn in einigen Bundesländern keine Genehmigung. Das gilt aber nicht, wenn der Dachboden zu einer eigenständigen Wohnung ausgebaut werden soll. Die zuständige Bauaufsichtsbehörde kann Ihnen sagen, welche Genehmigungen für Ihr Vorhaben erforderlich sind.

Doch nicht für alle Arbeiten benötigen Hausbesitzer eine Baugenehmigung: Alle Maßnahmen, die am Erscheinungsbildes des Hauses nichts verändern, sind nicht genehmigungspflichtig. Dazu zählen beispielsweise die Erneuerung der Dachfenster bei einem Dachfensteraustausch, sofern Sie dabei die ursprüngliche Größe des Dachfensters beibehalten.

Weitere Vorschriften für den Dachausbau

Neben der Baugenehmigung müssen auch zahlreiche Vorschriften zur lichten Höhe der Räume sowie der zulässigen Geschossflächenzahl beachtet werden. Die Geschossflächenzahl sagt aus, wie viel Geschossfläche auf der jeweiligen Grundstückfläche erlaubt ist. Wird mit dem Dachausbau eine neue Wohnung geschaffen, müssen Pkw-Stellplätze nachgewiesen werden.

Des Weiteren gelten auch beim Dachausbau Auflagen für Brandschutz und Wärmedämmung. Der Ausbau muss den Anforderungen der gültigen EnEv (Energieeinsparverordnung) genügen. In der EnEv sind Mindeststandards für Erneuerung oder Modernisierung festgeschrieben. Diese müssen beim Dachausbau bzw. der Dachsanierung eingehalten werden. Verstöße gegen die EnEV können mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro geahndet werden.

Denkmalgeschützte Bauwerke

Wird der Dachausbau in einem denkmalgeschützten Bauwerk vorgenommen, muss das Landesbauamt entscheiden. Generell muss der ursprüngliche, historische Charakter des Gebäudes erhalten bleiben. Diese Anforderung kann Baumaßnahmen nicht nur wesentlich aufwändiger, sondern auch teuer machen. Das verwendete Material muss den Anforderungen des Denkmalschutzes genügen.

Besonderheiten bei Eigentumswohnungen

Wer Besitzer einer Eigentumswohnung ist und den Ausbau des Dachbodens plant, muss zusätzlich noch einen wichtigen Punkt beachten: Voraussetzung für den Dachausbau ist, dass der Eigentümer per Teilungsurkunde über das alleinige Nutzungsrecht für den Dachboden verfügen. Nur damit kann er über den künftigen Verwendungszweck unterm Dach entscheiden und den vorhandenen Wohnraum durch einen Ausbau erweitern.

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