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Eine Frau entdeckt Schimmel-Anzeichen an einer Wand.

Schimmel erkennen, testen lassen und entfernen – eine Schritt-für-Schritt-Anleitung

Schimmel erkennen, testen lassen und entfernen – eine Schritt-für-Schritt-Anleitung

Wie kann man Schimmel erkennen und effektiv bekämpfen? Eine Frage, die sich fast jeder schon einmal gestellt hat. Denn in vielen Haushalten wohnt er als unerwünschter und oft unsichtbarer Dauergast. Dabei sieht Schimmel nicht nur unschön aus, sondern kann auch gefährliche Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Vor allem Schimmel im Kinderzimmer ist gefährlich, weil Kinder sehr empfindlich auf Umwelteinflüsse reagieren und als Folge von Schimmel eher eine Atemwegserkrankung oder Allergien davontragen können. Die wichtigste Maßnahme bei Schimmel ist: vorbeugen. Beachtet man einige Tipps, lässt sich ein Schimmelbefall in der Wohnung oftmals vermeiden oder zumindest frühzeitig erkennen. Mithilfe unserer einfachen Schritt-für-Schritt-Anleitung können Sie herausfinden, wie anfällig Ihre vier Wände für Schimmel sind, wie Sie richtig vorbeugen und mit welchen Tests Sie Schimmelsporen nachweisen können – ohne gleich viel Geld für einen Gutachter ausgeben zu müssen.

Schritt 1: Wie hoch ist die Schimmelgefahr in meiner Wohnung?

Oft tragen die Bewohner selbst unbewusst zur Schimmelentstehung bei, z. B. durch falsches Lüften bzw. Heizen, oder auch durch ungünstig aufgestellte Möbel. Folgende Fragen helfen Ihnen herauszufinden, wie hoch die Schimmelgefahr in Ihrer Wohnung ist.

  • Lüfte und heize ich richtig und ausreichend?

Falsches bzw. mangelhaftes Lüften und Heizen gehört zu den häufigsten Gründen für Schimmelbildung. Durch Lüften entweicht die angestaute Feuchtigkeit in der Luft aus den Räumen und es kann ein gleichbleibend gutes Raumklima geschaffen werden. Das gelingt am besten durch regelmäßiges Stoßlüften oder einen konstanten Luftwechsel, den beispielsweise dezentrale Fensterlüfter sicherstellen können. In fensterlosen Räumen sollte außerdem ein funktionierendes Belüftungssystem vorhanden sein, damit die Luft zirkulieren kann.

  • Bildet sich an den Fenstern oder an Kältebrücken wie beispielsweise Fensterbänken häufig Kondenswasser?

Grund für Kondenswasser ist oft ein falsches Lüftungsverhalten und ein zu großer Temperaturunterschied zwischen innen und außen. Kondenswasser an Fenstern ist zunächst nicht gesundheitsschädlich, kann allerdings Schimmelbildung zur Folge haben. Kondenswasserbildung vorbeugen kann man durch einfache Maßnahmen, wie z. B. das bereits genannte Stoßlüften – am besten drei bis vier Mal täglich.

  • Befinden sich große Möbel, wie z. B. Kleiderschränke, an einer Außenwand?

Auch falsches Aufstellen von Möbeln kann Schimmelbildung fördern und das Erkennen von Schimmel erschweren. Wenn große Möbel wie Schränke zu dicht an Außenwänden platziert sind, kann die Luftzirkulation gestört werden. Kann die warme Luft vor den kalten Außenwänden nicht zirkulieren, bleibt an dieser Stelle die Wand kalt, während das Zimmer warm wird. Die Folge ist auch dann Kondenswasser, das sich an der Außenwand ansammelt – und eine Schimmelbildung ist damit vorprogrammiert.  

  • Herrscht in meiner Wohnung oder in einzelnen Räumen dauerhaft eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit?

Damit Schimmel entstehen kann, benötigt er vor allem eines: Feuchtigkeit. Je höher in der Wohnung die Luftfeuchtigkeit ist, desto wahrscheinlicher wird ein Schimmelbefall. Bedenklich wird es ab einer konstant hohen Luftfeuchtigkeit von über 70 %, z. B. in Wohn- und Schlafzimmern, aber auch in Kinderzimmern. Zu einer erhöhten Luftfeuchtigkeit trägt unter anderem bei, wenn Sie ihre Wäsche in der Wohnung trocknen oder sich viele Pflanzen in einem Raum befinden.

Schritt 2: Wie kann ich Anzeichen für Schimmel in meiner Wohnung erkennen?

Manchmal helfen alle Vorkehrungen nichts und es bilden sich Schimmelsporen in der Wohnung. Darauf können einige Anzeichen hinweisen, wie z. B.:

  • eine dauerhaft modrig und faulig riechende Raumluft, die auch nach ausgiebigem oder regelmäßigem Lüften bestehen bleibt
  • schwarze Punkte oder dunkle Flecken an Wänden, bevorzugt in den Wandecken, an Kältebrücken oder hinter großen Möbeln
  • gesundheitliche Probleme, wie etwa Atemwegsbeschwerden, allergische Reaktionen, Husten, etc. – bei einem bereits weit fortgeschrittenen Schimmelbefall

Sollten Sie einen Schimmelverdacht haben, gibt es verschiedene Methoden, auch ohne Gutachter die verdächtigen Stellen auf Schimmelbefall zu testen.

Schritt 3: Schimmelsporen selbstständig testen

Da Schimmel nicht immer auf Anhieb zu erkennen ist, kann ein Schimmeltest Klarheit schaffen. Er gibt Auskunft darüber, ob Schimmel vorhanden ist, kann messen, wie hoch die Belastung durch Schimmelpilze in der Luft ist und je nach Testvariante auch anzeigen, welche Schimmelpilzgattung vorliegt. Da viele Schimmeltests unkompliziert anzuwenden sind, benötigen Sie für die Durchführung in der Regel keinen Fachmann. Zu den häufigsten Testmöglichkeiten zählen folgende:

  • Der Test im Nährboden

Für den Test im Nährboden werden kleine Schalen mit Nährboden an mehreren Stellen in den Wohnräumen aufgestellt. Befinden sich Schimmelsporen in der Luft, so lagern sich diese ab und entwickeln sich nach einigen Tagen auf dem Nährboden. Das Ergebnis können Sie je nach Test entweder selbst auswerten oder an ein Labor schicken. Der Nährbodentest ist die Testvariante, die am häufigsten angeboten wird und eignet sich vor allem dann, wenn der Schimmel noch nicht äußerlich zu sehen ist. Ein Anbieter ist beispielsweise Airself.

  • Die Teststreifen-Methode

Bei dieser Methode, auch Abklatschtest genannt, nehmen Sie mit dem Teststreifen eine Abstrichprobe von der Oberfläche, bei der Sie Schimmel vermuten. Der Test misst die Schimmelsporen der getesteten Stelle und zeigt das Ergebnis bereits nach wenigen Minuten an. Nachteil bei dieser Methode ist, dass der Teststreifen nicht bei jeder Schimmelart anschlägt und daher nicht alle Schimmelarten erkannt werden können. Einen Anbieter für den Schimmel-Abklatschtest finden Sie zum Beispiel hier.

  • Der Hausstaub-Sammeltest

Der Hausstaub-Sammeltest wird mithilfe eines Behälters durchgeführt, welcher auf dem Staubsauger montiert wird. Der aufgesaugte Staub wird anschließend in ein Labor geschickt, wo die eventuell vorhandenen Schimmelsporen herangezüchtet und ausgewertet werden. Man kann diesen Test also nicht komplett eigenständig durchführen sondern muss für die Auswertung stets ein Labor beauftragen.

Für eine genauere Untersuchung oder wenn bereits ein großer Schimmelbefall vorliegt, ist es dennoch ratsam, einen Fachmann zu kontaktieren, der Ihre Wohnung mit weiteren Tests auf Schimmel überprüft.

Jemand versucht Schimmel zu entfernen.

Schritt 4: Wie kann ich Schimmel entfernen?

Hat sich der Schimmelbefall durch einen Test bestätigt, sollte er umgehend entfernt werden. Hier können Sie unterschiedlich vorgehen:

  • Ein oberflächlicher Schimmelbefall auf Metall, Keramik oder lackiertem Holz kann mit Haushaltsreiniger abgewaschen und anschließend mit Ethylalkohol abgerieben werden. Anschließend sollte die Stelle gut trocknen.
  • Kleinere oberflächliche Flecken können Sie zunächst mit entsprechenden Mitteln entfernen. Allerdings besteht hierbei immer die Gefahr, dass dahinter ein tieferer, unsichtbarer Schimmelbefall steckt. Am besten beobachten Sie die betroffene Stelle nach dem eigenständigen Entfernen und lassen sie bei wiederkehrender Schimmelbildung zur Sicherheit von einem Fachmann überprüfen.
  • Spätestens bei einem Befall von Flächen ab einem halben Quadratmeter sollten Sie einen Fachmann hinzuziehen, z. B. einen Bausachverständigen oder einen Baubiologen. Je nach Schweregrad muss die Tapete entfernt und der auf dem Putz anhaftende Schimmel beseitigt werden, bevor erneut tapeziert werden kann.

Egal auf welche Art und Weise Sie den Schimmel entfernen: Wichtig ist, die Ursache für den Befall zu klären. So können Sie im Anschluss dementsprechend vorbeugen und eine erneute Schimmelbildung vermeiden. Zentral ist dabei, die feuchte Raumluft herauszulüften. Mit welchen technischen Hilfsmittel sich das Lüften erleichtern lässt, lesen Sie in unserem Artikel zum Thema Luftaustausch im Baby- und Kinderzimmer.

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