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Frau unter Oberlicht in der Küche | VELUX Magazin

Nachhaltige Baustoffe: die richtigen Materialien zum ökologisch Bauen und Sanieren

Nachhaltige Baustoffe: die richtigen Materialien zum ökologisch Bauen und Sanieren

Gebäude haben eine Halbwertszeit von 30 bis 40 Jahren und überdauern oft Generationen. Vor dem Hintergrund der Klimakrise und den damit verbundenen Herausforderungen der nächsten Jahre und Jahrzehnte hat diese Tatsache eine große Bedeutung: Nachhaltig Bauen wird immer wichtiger. Bei der Nachhaltigkeit von Gebäuden spielen neben ihrem Energiebedarf und -verbrauch auch ökologische Baustoffe eine große Rolle. Nachhaltige Baustoffe zu erkennen und richtig einzusetzen ist aber ohne Fachwissen gar nicht so einfach. Mit unserem Ratgeber legen Sie die wichtigsten Grundlagen für das nachhaltige Bauen!

Graue Energie: Bilanz beim nachhaltigen Bauen

”Graue Energie” bezeichnet die gesamte Energiemenge, die man für die Herstellung eines Produkts – wie zum Beispiel den Bau eines Gebäudes – benötigt. Dazu zählen unter anderem die Herstellung, der Transport, das Lagern, die Verarbeitung und der Einbau und schließlich das Entsorgen von Baustoffen. So verbraucht ein Gebäude schon viel Energie, bevor der Strom-, Heiz- und Gasverbrauch bei der Nutzung ins Spiel kommen. Die im Gebäude ”eingebaute” graue Energie spielt also eine große Rolle in der Nachhaltigkeit des Gebäudes, wird aber oft vernachlässigt. Durch ökologische und nachhaltige Baustoffe lässt sie sich deutlich reduzieren: So erfordern regionale, ressourcenschonende und wiederverwendbare Baumaterialien deutlich weniger Energie beim Neubau oder Umbau. Wer nachhaltig bauen möchte, sollte also diese Faktoren berücksichtigen.

Holzhaus aus nachhaltigen Baustoff auf grüner Wiese | VELUX Magazin
Je mehr Energie für Produktion, Transport, Lagerung und Herstellung der Baustoffe verwendet wird, desto höher ist die "graue Energie" eines Gebäudes

Ökologische Baumaterialien

Nachhaltige Baustoffe zeichnen sich vor allem durch vier Punkte aus:

  1. Es sind natürliche Materialien, die sich dem Naturkreislauf zurückführen lassen (Recycling). Holz etwa lässt sich nach der Verwendung als Baustoff z.B. noch einmal verwenden, kann zum Heizen genutzt oder gar kompostiert werden. Um dies sicherzustellen, muss allerdings Punkt 2 erfüllt sein:
  2. Die Behandlung des Materials darf dem Recycling nicht entgegenstehen. So wurde früher Holz mit Holzschutzmittel und Pestiziden behandelt, um es haltbarer zu machen – dies führt aber aufgrund der giftigen Bestandteile der Mittel dazu, dass das behandelte Holz nicht mehr wiederverwendbar ist.
  3. Je regionaler die Materialien bezogen werden, desto nachhaltiger sind sie in der Regel. Durch den Transport von Baustoffen werden oft viele Ressourcen verbraucht – je kürzer die Strecke, desto besser für den ökologischen Fußabdruck.
  4. Optimalerweise ist er gefertigt aus nachwachsenden Stoffen. Wichtig ist allerdings, dass auch diese verantwortungsbewusst einsetzt werden.

So zählen zu ökologischen Baumaterialien klassischerweise Holz, Lehm, Naturziegel, etc. Die Bandbreite ist extrem hoch, so können als natürliche Dämmstoffe etwa folgende Materialien dienen:

  • Holzfaserplatten
  • Wellpappe
  • Kork
  • Schilf oder Napiergras
  • Jute
  • Kokosfaser
  • Wiesengras
  • Zellusloseflocken
  • uvm.

Modernes Bauen vs. nachhaltig Bauen?

Wenn sich die einzelnen Bestandteile eines Gebäudes leicht trennen und austauschen lassen, ist die nachhaltige Gestaltung des Gebäudes einfacher. Doch gelingt damit ein moderner Bau, der unseren heutigen Ansprüchen genügt und gültigen Regeln und Normen erfüllt? So sind Ziegel etwa oft mit Dämmstoffen gefüllt, um mit besseren Dämmwerten die heutigen Vorschriften zu erfüllen. Dadurch werden aus den Ziegeln Verbundbaustoffe, die man nach der Verwendung nicht mehr voneinander trennen kann. Diese Verbundstoffe erschweren das Recyceln der einzelnen Baustoffe. Der Effekt auf die Energie-Effizienz ist also positiv, die Baustoffe aber wenig nachhaltig.

Ein weiteres Beispiel dafür ist Stahlbeton. Dieser Stoff wird heutzutage nahezu überall als Baustoff verwendet. Zum Recyceln werden die fertigen Betonplatten geschreddert, der Stahl wird abgeführt und der Beton selbst zu einer Art Kieseln verarbeiten. Somit ist Stahlbeton zwar nicht klassisch recyclebar, lässt sich aber aufarbeiten und wiederverwenden. Fester Bestandteil eines modernen Bauens sind oft auch synthetische Dämmstoffe, sogenannte Polystyrole. Diese zeichnen sich durch exzellente Dämmwerte aus, können aber später nicht mehr natürlich abgebaut werden. Grade in der Dachdämmung können bestimmte Vorschriften und Normen also Anforderungen erzeugen, die kaum ein natürlicher Baustoff erfüllen kann – außer mit Zusatzaufwand und höheren Kosten.

Dachdämmung mit nachhaltigen Baustoffen in einem Dachgeschoss | VELUX Magazin
Eine gute Dämmung des Daches mit nachhaltigen Baustoffen ist eine Herausforderung, aber lässt sich mit den richtigen Mitteln umsetzen

Nachhaltig bauen: Kompromisse einplanen

Doch nachhaltiges Bauen ist weniger komplex, als es nun wirken mag. Wichtig ist, dass Sie sich vor dem Umbau oder Neubau einen klaren Plan machen. Wie wichtig ist Ihnen der Einsatz von nachhaltigen Baustoffen oder ökologischen Baumaterialien? Was ist Ihr Budget? Welche Rolle spielen Optik oder Funktion der einzelnen Elemente? Gemeinsam mit dem Planer können Sie dann genau prüfen, wie sich Ihre Vorhaben umsetzen lassen. Die Erfahrung zeigt, dass Sie kompromissbereit sein sollten. Ein Gebäude mit 100 % nachhaltigen Baustoffen zu bauen ist eine große Herausforderung in Planung und Umsetzung. Holzfassaden haben etwa eine ganz besondere Optik, verändern mit der Zeit ihre Farbe und grauen aus. Gleichzeitig muss berücksichtigt werden, dass Holzbauteile in der Statik unter Umständen weniger Reichweite besitzen als Stahl. Ökologische Baustoffe sind oft etwas teurer und der Einsatz möglicherweise aufwändiger. Um trotzdem den Budget- oder Zeitrahmen nicht zu sprengen, sind Kompromisse in der Regel unumgänglich.

Siegel für nachhaltige Baustoffe

Umweltproduktdeklarationen (kurz EPD aus dem Englischen „Environmental Product Declaration“) dienen der Transparenz über den Umwelteinfluss und der Nachhaltigkeit von Baustoffen. Diese Deklarationen halten zahlreiche Faktoren fest, etwa wie ressourcenschonend, energieaufwändig und wiederverwendbar die Produktion eines Baustoffes ist. Dennoch können die Umweltproduktdeklarationen der einzelnen Produkte nicht alleinstehend betrachten werden. Wichtig sind ein sinnvolles Gesamtkonzept und die Betrachtung der Faktoren im kompletten Baukontext.

Nachhaltigkeit bei Fenstern

Fenster spielen eine ganz besondere Rolle in nachhaltigen Häusern. Während früher das Fenster klassischerweise eine Schwachstelle in der Dämmung des Hauses war, können sie heute für passive Energiegewinne sorgen – der passenden Verglasung, gedämmten Rahmen und dem richtigen Dachfenster-Einbau sei Dank. Passend verbaut und ausgerichtet nach Süden können Fenster sogar den Wärmebedarf des Gebäudes über das Jahr verringern und wirken sich positiv auf die Energiebilanz aus. Dennoch unterscheiden sich auch Fenster in ihrem ökologischen Fußabdruck und sind unterschiedlich nachhaltige Baustoffe.

Ein Mann überwacht die Nachhaltigkeit in der Fensterproduktion bei VELUX | VELUX Magazin
Für VELUX Fenster wird ausschließlich Holz aus nachhaltigen Forstbeständen genutzt

So versucht VELUX als weltgrößter Hersteller von Dachfenstern schon beim Herstellen der Fenster, auf Müll zu verzichten. Neben der Optimierung der Produktion, überhaupt erst möglichst wenig Müll zu produzieren, werden Überbleibsel der Produktion recycelt oder als Heizstoffe für ein Kraftwerk verwendet. Im Jahr 2019 wurden 97% des Produktabfalls wieder- oder weiterverwendet. So sollen Ressourcen geschont werden. Auch besteht bei der Wahl des Fensterrahmens die Möglichkeit, auf nachhaltige Baustoffe zurückzugreifen. VELUX zum Beispiel nutzt für die Dachfensterproduktion nur Holz nach internationalen Standards für nachhaltige Forstwirtschaft. Das Unternehmen unterstützt und initiiert außerdem Projekte für Energieeffizienz und Klimaschutz.

Es zeigen sich schnell die vielen Facetten, die man beachten muss, wenn man nachhaltig bauen und ökologische Baustoffe verwenden will. Wollen Sie ökologisch bauen im Dachgeschoss, nachhaltig sanieren oder mit Ihrem Neubau einen möglichst geringen ökologischen Fußabdruck erzeugen, sollten sie am besten mit ihrem Planer Rücksprache halten, was möglich und sinnvoll ist.

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