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Beratung zur Dachsanierung | VELUX Magazin

Optimale Fenstergröße berechnen: Wie viel Fensterfläche brauche ich für ausreichend Tageslicht?

Optimale Fenstergröße berechnen: Wie viel Fensterfläche brauche ich für ausreichend Tageslicht?

Studien belegen: Wir verbringen 90 Prozent unserer Zeit drinnen. Dadurch ist es so wichtig, in Gebäuden eine Verbindung nach außen zu schaffen. Bei der Planung eines Neubaus oder einer Renovierung drehen sich zentrale Fragen daher um die Fensterplanung und Tageslichtberechnung: Wie lässt sich die optimale Fenstergröße berechnen? Wie viel Fensterfläche brauche ich für ausreichend Tageslicht?

Die Versorgung eines Raums durch eine optimale Fenstergröße spielt eine besondere Rolle, um den Aufenthalt und die Nutzung des Raums möglichst angenehm und gesund zu gestalten. Tageslicht ist wichtig für die Gesundheit: Nur mit ausreichender Belichtung von Wohnräumen funktioniert unsere innere Uhr, es wirkt sich positiv auf unsere Stimmung aus und ist nicht einfach durch Kunstlicht zu ersetzen. In der Fensterplanung für einen Neubau oder den Dachausbau mit Fenster muss man diese Bedeutung von Tageslicht berücksichtigen und eine ausreichende Fensterfläche berechnen.

Tageslichtnorm: Richtwerte zum Fensterflächen berechnen

Vorgaben für die Berechnung der Belichtung des Wohnraums macht die Norm DIN EN 17037, oder einfacher „Tageslichtnorm“. Diese gilt seit 2019 in ganz Europa und gibt vor, wie die Belichtung im Wohnraum aussehen sollte. Dabei geht sie weit über die Anforderungen der seit den 1960er Jahren bestehenden Musterbauordnung und den Landesbauordnungen hinaus, die für jedes Bundesland in Deutschland verpflichtend gelten, und überholt diese deutlich. Die Norm setzt nun neue Maßstäbe für die Planung von Tageslicht: In ganz Europa soll sie gesunde und angenehme Räume durch eine ausreichende Belichtung im Wohnraum sicherstellen und dabei helfen, den passenden Fensterflächenanteil berechnen zu können.

Dieser Raum erfüllt die Landesbauordnung, nicht aber die europaweite Tageslichtnorm.
Dieser Raum erfüllt die Landesbauordnung, nicht aber die europaweite Tageslichtnorm.
Dieser Raum erfüllt durch eine große Fensterfläche die neue Tageslichtnorm.
Dieser Raum erfüllt durch eine große Fensterfläche die neue Tageslichtnorm.

Tageslichtplanung: Mit Faustformel zur optimalen Fenstergröße

Die Berechnung der passenden Fensterfläche für den Wohnraum mit der Tageslichtnorm selbst ist relativ komplex. Um auch ohne komplizierte Tageslichtberechnung auszukommen, hilft eine Faustformel bei der Berechnung, wie viel Fensterfläche optimal für einen Raum ist. Diese Faustformel basiert auf Tageslichtberechnung in verschiedenen Beispiel-Räumen und verschiedenen Fensterflächen. Aus den für die unterschiedlichen Räume benötigten Fenstergrößen ließ sich folgende Ableitung festhalten: meist führt eine Fensterfläche von 20 bis 25 Prozent der Grundfläche des Raums zur optimalen Belichtung des Wohnraums, die der Tageslichtnorm entspricht. Das bedeutet für den Fensterflächenanteil eines Raums:

  • Ein Raum von 20 Quadratmetern sollte eine Fensterfläche von insgesamt 4 - 5 Quadratmeter haben. Diese Fensterfläche kann durch mehrere Fenster entstehen.
  • Ein Raum von 10 Quadratmetern sollte Fenster mit einer Fläche von 2 - 2,5 Quadratmeter nutzen.
  • In einem Raum mit 25 Quadratmetern sollten die Fenster eine gesamte Größe von 5 - 6,25 Quadratmeter haben.

Ob man die komplexen Richtwerte der Tageslichtnorm hundertprozentig erfüllt, kann ein Experte mit einer geeigneten Software für die Planung von Tageslicht herausfinden.

Dieser Raum wurde nach den Anforderungen der Landesbauordnung geplant.
Dieser Raum wurde nach den Anforderungen der Landesbauordnung geplant.
Dieser Raum entspricht den Anforderungen der Tageslichtnorm.
Dieser Raum entspricht den Anforderungen der Tageslichtnorm.

Belichtung im Wohnraum nach der Musterbauordnung

Die geltende Musterbauordnung stammt aus dem Jahr 1960. Unterschiedlich je nach Bundesland legen die jeweiligen Landesbauordnungen für die Fensterplanung fest, dass die Fensterfläche mindestens 10 bis 12,5 Prozent der Grundfläche des Raums entsprechen müssen. Diese bestimmen auch, welche Mindest-Fenstergrößen für eine Baugenehmigung verpflichtend sind. Heutigen Bedürfnissen von Bewohnern wird man mit einer solchen Tageslichtplanung aber nur selten gerecht – zumal wir uns heute 90 Prozent der Zeit drinnen aufhalten. Besonders eine ausreichende Tageslichtversorgung im Hinblick auf gesundes und angenehmes Wohnen ist mit dieser Regelung meistens nicht möglich. Die Faustformel nach der neuen Tageslichtnorm mit 20 bis 25 Prozent Fensterflächenanteil kommt heutigen Ansprüchen deutlich näher, um die passende Fensterfläche zu berechnen.

Neben der optimalen Tageslichtversorgung für einen Raum legt die Norm Richtwerte fest für drei weitere Themen:

  1. Wie soll die Aussicht aus dem Gebäude gestaltet sein?
  2. Wie sieht die optimale Sonneneinstrahlung im Wohnraum aus?
  3. Zu welchen Grad sollte ich Blendung in der Wohnung verhindern?

Mit der Faustformel für die Fensterplanung lässt sich nicht nur der optimale Belichtung des Wohnraums berechnen und so für gesunden und angenehmen Wohnraum sorgen, sondern bspw. auch zur Wertsteigerung  der Immobilie durch Dachgeschossausbau  beitragen. Dachfenster spielen hier übrigens eine besondere Rolle: sie versorgen den Raum mit deutlich mehr Tageslicht als ein Fassadenfenster in der Gaube.

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