zurück
Tipps und Tricks für die Dachsanierung - VELUX Magazin

Dachsanierung

Das Dach ist eines der wichtigsten und auch langlebigsten Teile eines Hauses. Doch nach ein paar Jahrzehnten muss es saniert werden. Besonders bei alten Häusern kann es nötig werden, dass nicht nur das Dach, sondern der komplette Dachstuhl erneuert werden muss. Insbesondere bei Leckagen sollten Eigenheimbesitzer schnell handeln, um Folgeschäden zu verhindern. Wenn das Dach erst undicht ist und Wasser eindringt, kann es schnell teuer werden. Lesen Sie in unserem Ratgeber, worauf sie bei Ihrer Dachsanierung achten sollten.

Dach decken, Dachsanierung oder gleich Dachausbau?

Sie planen lediglich das Dach neu einzudecken? Im Zuge einer Dachsanierung sollte auch gleich die Dämmung auf den neuesten Stand gebracht werden und über eine eventuelle Nutzung des Dachbodens nachgedacht werden. Denn Dachfenster, Gauben oder Erker lassen sich einfach integrieren, wenn Handwerker sowieso schon mit dem Neueindecken des Daches beschäftigt sind. Zudem kann es sich lohnen, anstehende Arbeiten mit anderen Maßnahmen zu kombinieren. Die gute Nachricht für Dachsanierer: Die KfW bietet spezielle Kredite als Fördermittel für Dachausbau an.

Generell sollten Sie schon in der Planungsphase einen Fachmann zu Rate ziehen, der Ihnen von Anfang an beratend zur Seite steht. So erkennen Sie nicht nur mögliche Probleme und Fallstricke frühzeitig, sondern haben auch kompetente Hilfe bei allen Fragen rund um das Thema Dachsanierung. Für einen ersten Überblick und zur Einführung in das Thema können Sie auch die VELUX Bauherren-Planungsmappe bestellen.

Bauliche Voraussetzungen (EnEV) vorher prüfen

Wenn Sie sich bei einer anstehenden Dachsanierung auch dazu entscheiden, den Dachboden oder Spitzboden als neuen Wohnraum auszubauen und zu nutzen, sollten Sie sich auch mit den Anforderungen der EnEV (Energie-Einsparverordnung) beschäftigen. Doch auch ohne einen Ausbau muss die oberste Geschossdecke, in den meisten Fällen also der Fußboden des Dachbodens, entsprechend gedämmt werden, um die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen. Für die Dämmung des Daches gibt es auch in Abhängigkeit von den Voraussetzungen unterschiedliche Möglichkeiten.

Dachdämmung – diese Möglichkeiten gibt es

Je nach Umfang der Dachsanierung bietet sich die eine oder andere Art zur Dachdämmung an.

Aufsparrendämmung

Die Aufsparrendämmung kommt vor allem zur Anwendung, wenn das Dach neu gedeckt wird. Die Dämmung wird komplett auf den Dachbalken montiert, Dampfsperrfolie und Dämmmaterial bedecken das Dach vollflächig, sozusagen von außen.

Zwischensparrendämmung

Bei der Zwischensparrendämmung wird das Dach von innen gedämmt, das Dämmmaterial wird zwischen die Dachsparren geklemmt. Das Dach muss nicht abgedeckt werden, dafür ist die Dämmung durch das genaue zuschneiden mit mehr Arbeitsaufwand verbunden.

Untersparrendämmung

Sollte aus baulichen Gründen die Zwischensparrendämmung nicht in einer ausreichenden Stärke möglich sein, um den gewünschten Dämmwert zu erreichen, ist auch eine Untersparrendämmung möglich. Dabei wird eine zusätzliche Dämmschicht unter den Dachsparren angebracht.

Neben der Dämmung des Dachs besteht auch die Möglichkeit, bereits vorhandene Dachfenster zu dämmen.

Dach mit Dämmung | VELUX Magazin

Dachbeschichtung – eine Alternative zur Dachsanierung?

Eine Dachbeschichtung kann unter bestimmten Voraussetzungen eine Alternative zu einer Dachsanierung darstellen. Durch neue Beschichtungsverfahren kann eine professionelle Dachbeschichtung die Lebensdauer eines Daches verlängern, da die porösen Poren der Dachziegel wieder versiegelt werden. Wasser und Schmutz können nicht in die Dachziegel eindringen. Wichtig ist, dass das vorhandene Dach noch intakt ist und keine Leckagen auftreten.

Nicht für eine Dachbeschichtung eignen sich Dächer mit asbesthaltigen Faserzementplatten oder schiefer gedeckte Dächer. Die Kosten für eine professionelle Dachbeschichtung sind zwar deutlich geringer als für ein neues Dach, allerdings ersetzt eine Dachbeschichtung nicht die Sanierung, sondern verzögert sie lediglich um maximal 10 Jahre. Deshalb gilt es bei der Beschichtung den richtigen Zeitpunkt abzupassen. So ergeben sich einige Punkte, die gegen eine Dachbeschichtung sprechen:

  • Bestimmung des Zeitpunktes: Die Dachbeschichtung ist nur zu einem bestimmten Zeitpunkt sinnvoll, das Dach sollte weder zu gut erhalten, noch zu porös sein.
  • Minderwertige Qualität: Auf dem Markt tummeln sich viele schwarze Schafe, die minderwertige Beschichtungen anbieten. Dabei kann es zu Beschädigungen am Dach kommen, so dass Wasser ins Dach eindringen kann.
  • Schimmelbildung: Eine Beschichtung von minderer Qualität kann die Diffusionseigenschaften der Dachziegel negativ beeinflussen. So kann es zu Schimmelbildung im Dachstuhl kommen.
  • Keine Förderung: Im Gegensatz zur klassischen Dachsanierung gibt es bei der Dachbeschichtung keine Staatliche Förderung. Das hängt vor allem auch damit zusammen, dass bei der Beschichtung die Dämmung des Daches nicht verbessert wird.

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, beauftragt einen fachkundigen Dachdecker mit der Begutachtung des Daches. Dieser wird dann eine Empfehlung aussprechen, ob sich eine Dachbeschichtung lohnen kann oder ob eine Sanierung sinnvoll erscheint

Dachfenster sorgen für Tageslicht und Wohlbefinden

Wer sein Dach saniert und sich mit einer neuen Dacheindeckung beschäftigt, kann diesen Anlass gleich zum Einbau von Dachfenstern oder zum Dachfenstertausch nutzen. Neben dem Vorteil von viel Tageslicht im Dachgeschoss bringt dieser Ansatz auch noch eine erhebliche Reduktion der Kosten mit sich. Denn wenn das Dach ohnehin geöffnet wird, ist der Einbau von Fenstern oder größeren Lichtbändern mit erheblich weniger Aufwand verbunden. Auch der Einbau von Gauben oder Erkern gestaltet sich im Zuge dieser Arbeiten als erheblich günstiger.

Schon durch den Einbau von Klapp-Schwing- oder Schwing-Fenstern holen Sie sich viel Tageslicht ins Dachgeschoss. Noch mehr Licht und Platz im Dachgeschoss ermöglicht ein Dachaustritt. Natürlich besteht auch die Möglichkeit, einen Dachbalkon zu bauen. Doch da hierfür gravierende bauliche Veränderungen nötig sind, sollten Sie diese Option bereits beim Beginn der Planung mit einem Architekten oder Statiker besprechen.

Handwerkersuche: Die passenden Fachleute finden

Wenn der Entschluss zur Dachsanierung gefasst ist, beginnt auch die Suche nach geeigneten Fachleuten für die handwerkliche Umsetzung. Wer sich nicht selbst um die Suche und die Abstimmung mit den verschiedenen Handwerkern unterschiedlicher Gewerke kümmern möchte, ist mit einem Generalunternehmer oder Bauträger gut bedient. Teils übernehmen auch Architekten als Bauleiter diese Aufgabe und kümmern sich um die Planung, Terminierung und Kontrolle aller Arbeiten. Wer sich selbst um die Organisation der Gewerke kümmern möchte, muss sich auf die Suche nach geeigneten Handwerkern machen.

Diesen Artikel teilen:
Zum Seitenanfang