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Altbau vor der Sanierung | VELUX Magazin

Dachsanierung im Altbau: Das müssen Sie wissen

Dachsanierung im Altbau: Das müssen Sie wissen

Altbau ist im Trend: Viele Menschen schätzen Altbauhäuser für ihren einzigartigen Charakter. Allerdings sind Altbauten nicht sehr energieeffizient. Durch schlechte Dämmung und alte Materialien kann auch der Wohnkomfort leiden. Erfahren Sie, wann eine Dachsanierung sinnvoll ist, und was Sie dabei beachten müssen.

Im Altbau das Dach sanieren – diese Gründe sprechen dafür

Außenwände und Dächer von Altbauten sind meist nicht optimal gedämmt, weil Energieeffizienz in früheren Zeiten keine besondere Rolle spielte und aus heutiger Sicht veraltete Materialien verwendet wurden. Als Hausbesitzer können Sie langfristig Geld sparen, wenn Sie sich für die Dachsanierung Ihres Altbaus entscheiden. Ein weiterer Beweggrund für die Dachsanierung eines Altbaus ist das stetig wachsende Bewusstsein vieler Menschen für den nachhaltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen. Immer mehr Hausbesitzer machen sich Gedanken über das Klima und wollen deshalb ihr Altbaudach sanieren. Nicht zuletzt ist eine gute Dämmung extrem wichtig für ein angenehmes Raumklima – so bewahrt sie an kalten Tagen die Wärme im Wohnraum und schützt im Sommer vor der Hitze von draußen. Auch unangenehme Zugluft ist kein Problem mehr.

Seit der Einführung der Energieeinsparverordnung (EnEV) gibt es auch rechtliche Gründe, die eine Dachsanierung erforderlich machen. Ein Verstoß gegen die Vorschriften der EnEV kann teuer werden: Die Verordnung sieht Geldbußen von bis zu 50.000 € vor. Für Sie als Hausbesitzer ist die EnEV relevant, wenn Sie nach 2002 in Ihre Immobilie eingezogen sind und Renovierungsarbeiten an Ihrem Dach durchführen wollen, die mehr als 10 % des Daches betreffen. Die EnEV schreibt zudem einen bestimmten Wärmedurchgangskoeffizienten vor, der nach der Dachsanierung im Altbau erreicht werden sollte. Dieser sogenannte U-Wert gibt an, wie viel Wärme durch ein Bauelement abgeleitet wird. Je höher dieser Wert, desto schlechter ist die Dämmung. Der Dämmwert bei Steildächern darf bei maximal 0,24 W/(m²K) liegen. Dies entspricht einer Dämmstärke von 14 bis 18 cm. Bei Flachdächern liegt der vorgeschriebene Dämmwert bei 0,20 W/(m²K). Dies erfordert eine Dämmstärke von 16 bis 20 cm.

Möglichkeiten zur Dachsanierung im Altbau

Der Dachstuhlaustausch ist die aufwendigste Form der Dachsanierung. Sie ist vor allem dann nötig, wenn der Dachstuhl durch Alter oder Unwetter beschädigt ist, oder wenn sie Ihr bisher ungenutztes Dachgeschoss ausbauen möchten und dafür zum Beispiel auch die Dachfenster austauschen.

Die Neueindeckung des Daches ist häufiger notwendig, weil die Deckung den Witterungsbedingungen ungeschützt ausgesetzt ist. Je nach Material kann die Lebensdauer zwischen 20 und 80 Jahren liegen. Faserzementplatten oder Kunststoffziegel sind bei weitem nicht so langlebig wie hochwertige Tondachziegel, Schieferschindeln oder Metalleindeckungen. Daher sollten Sie die Materialkosten immer ins Verhältnis zur durchschnittlichen Lebensdauer setzen.

Dachdämmung im Altbau | VELUX Magazin

Dachdämmung im Altbau

Geht es Ihnen darum, die Vorgaben der EnEV einzuhalten, dann ist eine Sanierung der Dachdämmung im Altbau oft ausreichend. Die meisten Altbauten in Deutschland wurden mit einem Kaltdach gebaut. Kaltdächer sind hinterbelüftet und sollen so Feuchtigkeit aus dem Gebäude leiten. Diese Konstruktionsweise lässt nur eine nachträgliche Dachdämmung mit Zwischensparrendämmung oder Untersparrendämmung zu, wenn Sie eine Neueindeckung vermeiden wollen.

  • Bei einer Zwischensparrendämmung wird das Dämmmaterial zwischen den einzelnen Sparren installiert. Dabei müssen Sie das Material so aufbringen, dass keine Ritzen zwischen den Sparren entstehen, die Wärmebrücken begünstigen.
  • Um dieses Problem zu vermeiden, können Sie mit einer Kombination aus Zwischensparrendämmung und Untersparrendämmung Zusätzlich zu der Dämmung zwischen den Sparren, bauen Sie hier Dämmelemente unter die Sparren. Damit vermeiden Sie Wärmebrücken bei der nachträglichen Dachdämmung im Altbau.
  • Bei der Dachbodendämmung wird nicht das eigentliche Dach gedämmt, sondern die oberste Geschossdecke. Die Effizienz der Dämmung ist dabei sehr gut. Allerdings ist der Dachboden dann nicht als Wohnraum nutzbar. Die Dachbodendämmung ist die günstigste Variante der Dachsanierung im Altbau.
  • Bei der Aufsparrendämmung wird das Dämmmaterial zwischen Dachsparren und Dacheindeckung Es entstehen vergleichsweise hohe Kosten, denn um die Dämmplatten auf den Sparren anbringen zu können, muss zunächst die Eindeckung und Dachlattung komplett entfernt werden. Dieses Verfahren ist in der Regel also dann sinnvoll, wenn Sie ohnehin eine vollständige Neueindeckung planen.

Dachsanierungs-Experten zu Rate ziehen

Wenn Sie Ihr Altbaudach sanieren wollen, sind Sie mit allerlei Hürden konfrontiert. Daher ist es klug, wenn Sie sich bereits in der Planungsphase von Experten beraten lassen.

Ein Energieberater unterstützt Sie als Hausbesitzer bei der Planung der energetischen Sanierung Ihres Dachs. Der Energieberater führt Messungen in Ihrem Haus durch, erkennt so Mängel in der Dachkonstruktion und empfiehlt Maßnahmen, um die Dämmung zu verbessern. Auch ein Architekt kann Sie bei Ihrem Vorhaben unterstützen. Er kennt die Eigenart Ihrer Gebäudekonstruktion und kann so effizient Sanierungsmaßnahmen mit Ihnen planen. Später kann er auch als Bauleiter fungieren. Das Bauamt ist Ihr Ansprechpartner, um sich über rechtliche Voraussetzungen und Vorgaben der Sanierung zu informieren.

Altbau vor der Sanierung.
Altbau vor der Sanierung.
Altbau nach der Sanierung
Altbau nach der Sanierung

Fördermöglichkeiten für die Sanierung der Dachdämmung im Altbau

Auch die finanzielle Belastung müssen Hausbesitzer nicht unbedingt allein tragen. Der KfW-Zuschuss 430 sieht einen Investitionszuschuss in Höhe von 10 % der Gesamtkosten für die Dachdämmung vor. Dieser Zuschuss ist auf 5000 € gedeckelt. Beim KfW-Kredit 151/152 erhalten Sie für Einzelmaßnahmen zur Sanierung der Dachdämmung einen Kredit in Höhe von maximal 50.000 € bei einem effektiven Jahreszins von 0,75 % und attraktiven Tilgungszuschuss.

Diese Fördermöglichkeiten sind an einen bestimmten U-Wert gekoppelt. Er liegt bei Schrägdächern und Flachdächern bei 0,14 W/(m²K). Bei Gaubenwangen und den entsprechenden Dachflächen liegt er bei 0,20 W/(m²K). Damit liegen diese Werte unter den von der EnEV geforderten U-Werten. Es gibt aber auch Fördermöglichkeiten auf kommunaler Ebene. Hausbesitzer sollten sich bei Ihrer zuständigen Kommune nach vorhandenen Optionen erkundigen.

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